
Air Baltic, die staatliche Airline von Lettland mit Sitz in Riga, ist stinksauer, denn sie muss ihrem Sommerflugplan für dieses Jahr gewaltig die Flügel stutzen: 19 Routen oder über 4670 Flüge werden gestrichen! Die Schuld dafür liegt laut der Fluggesellschaft beim Triebwerkshersteller Pratt & Whitney, wie verschiedene Medien berichten.
Verbindungen ab der Schweiz seien laut Air Baltic aber nicht betroffen. Auch die Wet-Lease-Flüge, welche Air Baltic im Namen und Auftrag von Swiss und anderen Wet-Lease-Partnern durchführt, werden wie geplant stattfinden. 40 Prozent oder 21 Maschinen der Air Baltic-Flotte werden im Sommer 2025 nämlich allein für die Lufthansa Group fliegen, sechs davon für Swiss.
Triebwerkprobleme bei den A220-300
Der Grund für das Flugplan-Debakel bei der baltischen Airline sind die Triebwerke der Airbus A220-300-Flotte. Diese stammen nämlich vom US-Treibwerkhersteller Pratt & Whitney. Air Baltic hat gegenwärtig 49 Airbusse des Types A220-300 in ihrer Flotte.
«Unerwartete Verspätungen und verlängerte Unterhaltsarbeiten» bei Pratt & Whitney an den Triebwerken hätten laut der Fluggesellschaft nun diese radikale Streichung des Flugplanes zur Folge.
Auch die Swiss hat 21 Maschinen dieses Flugzeugtypes in der Flotte und hatte mit betreffendem Triebwerkshersteller und dessen Motoren in der Vergangenheit schon mit Problemen zu kämpfen. Einer dieser A220-300 von Swiss war es auch, der am 23. Dezember 2024 – nach ersten Untersuchungen wegen eines Triebwerkproblemes und Rauchentwicklung in der Kabine – in Graz notlanden musste.
«Unfähig!»
Air Baltic lässt seiner Wut gegenüber dem Triebwerkslieferanten gegenüber Airline-Portalen feien Lauf und bezeichnet Pratt & Whitney wörtlich als «unfähig, seine Wartungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen». Vor dem Kontext, dass dadurch nun im kommenden Sommer 19 geplante Strecken gar nicht, und weitere 21 nur mit reduzierten Kapazitäten bedient werden können, ist diese Wortwahl durchaus nachvollziehbar. Schliesslich liegt es nun an Air Baltic, den geschätzt über 61’000 betroffenen Passagieren entsprechende Alternativen oder Vergütungen anzubieten. (TI)








