Flughafen Bern: Verkehrsrückgänge und hohe Auslastung an Charterflügen

An der 77. Generalversammlung der Flughafen Bern AG stand die finanzielle Situation des Geschäftsjahres 2024 im Fokus.
©Flughafen Bern-Belp

30«Die sehr hohe Auslastung der Charterflüge war ein Höhepunkt des Geschäftsjahres 2024 und hat gezeigt, dass der Flughafen Bern als Abflugort immer beliebter wird», heisst es beim Bern Airport. Dennoch war das Jahr 2024 auch von einem generellem Verkehrsrückgang und geringeren Einmaleffekten geprägt.

Kleinerer Gewinn als im Vorjahr 

Die Flughafen Bern AG sei erfreut, nach zwei erfolgreichen Geschäftsjahren auch das Jahr 2024 mit einem ausgeglichenen Ergebnis abzuschliessen, heisst es in der Mitteilung. Obwohl der Gewinn mit CHF 57’073 kleiner ausfällt als im Vorjahr, sei das Resultat positiv zu werten, da die Einmaleffekte gegenüber dem Vorjahr kleiner waren.

Grundsätzlich sei die Flughafen Bern AG in der Lage, die Betriebskosten zu decken und einen Abfluss von liquiden Mitteln zu verhindern. Trotz des etwas kleineren Flugangebotes gegenüber dem Vorjahr bewegten sich die Passagierzahlen im Jahr 2024 mit 56’745 Passagieren auf vergleichbarem Niveau.

Verkehrsrückgang in allen Segmenten

Der Start in das laufende Geschäftsjahr war von einem deutlichen Verkehrsrückgang in nahezu allen Segmenten geprägt. Der Flughafen Bern nennt überwiegend ungünstige Wetterbedingungen sowie die derzeit unsichere weltpolitische Lage als mögliche Gründe.

Im Segment Business Aviation, welches rund 10% der Flugbewegungen umfasst, erfolgte eine Konsolidierung der Flugbewegungen leicht unter Vorjahresniveau. Im Segment Kleinaviatik war ebenfalls ein Verkehrsrückgang zu verzeichnen, welcher primär auf das schlechte Wetter und eine geringere Nachfrage nach Pilotenausbildungen zurückzuführen war.

Insgesamt verzeichnete der Flughafen Bern mit 46’422 Flugbewegungen einen Verkehrsrückgang von 6.6% gegenüber Vorjahr. «Es ist davon auszugehen, dass sich die Verkehrszahlen mittelfristig bei rund 50’000 Flugbewegungen einpendeln werden», heisst es in der Mitteilung des Flughafens.

Netto Null bis 2035

Als Infrastrukturbetreiberin hat sich die Flughafen Bern AG zum Ziel gesetzt, bis 2035 die CO2-Emissionen auf Netto Null zu reduzieren. Nach der Inbetriebnahme der ersten grossen Photovoltaikanlagen auf dem Terminal- und Cateringgebäude im Jahr 2023, konnte im Berichtsjahr der Ersatz von Betriebsfahrzeugen mit Dieselmotoren durch elektrische Fahrzeuge fortgesetzt werden.

Seit April haben sich Verkehrszahlen wieder stabilisiert

Seit Anfang April haben sich die Verkehrszahlen wieder stabilisiert und liegen teilweise über den Vorjahreszahlen. Entgegen früheren Jahren startete das Charterangebot bereits am Ostersamstag.

Die Auslastung der Charterflüge sei mit dem Vorjahr vergleichbar, so dass die Auswirkungen der Mindereinnahmen im ersten Quartal, auch dank einem konsequenten Kostenmanagement, voraussichtlich egalisiert werden können, meint der Flughafen.

Übung der Schweizer Luftwaffe am Flughafen Bern 

Anfang April hat die Dezentralisierungsübung der Schweizer Luftwaffe stattgefunden. Vom 31. März bis 2. April 2025 wurde die Fähigkeit getestet, Kampfflugzeuge des Typs F/A-18 rasch und flexibel an ungewohnten Standorten zu betreiben.

Auf dem Flughafen Bern-Belp wurden unter realistischen Bedingungen Lufteinsätze geflogen, logistische Abläufe am Boden trainiert und die Führungsfähigkeit der Truppe erprobt. Die Übung Berdeza habe gezeigt, dass der Regionalflughafen auch in Krisenzeiten eine wichtige Funktion übernehmen kann.

Ausblick: Infrastrukturerneuerung

Im kommenden Winter 2025/26 ist der Rück- und Neubau des grossen Hangars 3 geplant, um diesen ab Anfang 2027 der Eidgenossenschaft für die Stationierung des neuen Staatsluftfahrzeuges zu vermieten. Die Dachfläche wird für die Erweiterung der bestehenden PV-Anlage genutzt. Damit wird auf allen Dachflächen am Flughafen eine Leistung von rund 1MWp erreicht.

Das Projekt Südanflug ist nach einer gemeinsamen Überarbeitung mit den betroffenen Luftraumbenutzern und Skyguide bereit, im März 2026 eingeführt zu werden. Die für den Südanflug notwendige Anflug- und Hindernisbefeuerung ist bereits seit April 2025 in Betrieb. (TI)