
In den letzten Wochen hat das das Berner Reisebüro Siva Travel plötzlich und offenbar ‘aus heiterem Himmel’ mit auffallend vielen, sehr schlechten Google-Rezessionen zu kämpfen. Wie der Blick aufdeckt, scheint ein Zürcher Konkurrent dahinter zu stecken – dieser bestreitet dies jedoch.
Seit einem knappen Vierteljahrhundert betreibt Sivaneyan Kanakasundaram das Reisebüro Siva Travel in Bern – darauf spezialisiert, seine bislang offenbar zufriedene Kundschaft aus der Schweiz in ihre asiatischen und arabischen Heimatländer reisen zu lassen. Bislang.
Zahlreiche Personen bewerten in letzter Zeit Siva Travel auf Google mit der schlechtesten Variante mit nur einem Stern. Dies aber jeweils durchs Band ohne jegliche Begründung für die negativen und vernichtenden Bewertungen. Die gleichen Personen bwerten dabei aber offenbar fast zeitgleich das in Zürich beheimatete Reisebüro Efly entsprechend mit der maximal möglichen Anzahl von fünf Sternen – auch hier, ohne dies zu begründen.
Der ‘geprellte’ Kanakasundaram glaubt nun gemäss Blick, dass sein Mitbewerber Efly seine Kunden aufhetze, um negative Rezessionen zu schreiben, dies habe ihm sogar eine bekannte Person, welche Efly Kunde sei, bestätigt.
Motiv: ‘Futterneid’?
Die Inhaber beider Reisebüros stammen ursprünglich aus Sri Lanka und bewegen sich im mehr oder weniger gleichen Geschäftsfeld. Man kenne sich gegenseitig aber nur sehr flüchtig, doch der Berner Kanakasundaram unterstellt seinem Zürcher Konkurrenten, ihn auf diese Weise wohl diskreditieren zu wollen.
Von Blick mit diesen Vorwürfen konfrontiert, streitet der Etfly-Firmenchef Selvakumar Nagatheepan diese aber ab mit der Begründung, dass man das nicht nötig habe und genügend zufriedene Kunden hätte, die freiwillig positive Rezessionen schreiben würden.
Was genau dahinter steckt, wird wohl vorläufig im Reich der Spekulaktionen angesiedelt bleiben – merkwürdig ist es aber dennoch, dass auffallend viele ‘Kunden’ zur gleichen Zeit für zwei Reisebüros, die dasselbe in über 100 Kilometern Entfernung zueinander anbieten, dermassen unterschiedliche Bewertungen abgeben.
Google selbst ist bislang nicht eingeschritten, und der negativ bewertete Kanakasundaram hatte dadurch auch noch keinen merklichen direkten wirtschaftlichen Schaden, möchte aber verständlicherweise diese üble Nachrede nicht auf sich sitzen lassen.
Google habe allerdings auch auf seine Anfrage, diese offensichtlich gefakten Negativ-Bewertungen zu entfernen, noch nicht reagiert. Google gehe mit Algorhythmen gegen offensichtlich gefälschte Bewertungen vor – oder eben auch nicht. (TI)
