Kuoni-HP Deal: Der SRV und TPS nehmen Stellung

Erste Reaktionen aus der Branche.
©Montage TRAVEL INSIDE

Statement SRV Schweizer Reiseverband:

Martin Wittwer. SRV-Präsident. ©TRAVEL INSIDE

«Grundsätzlich bedauern wir den Entscheid der Migros, Hotelplan zu verkaufen.  Insbesondere, da Hotelplan ein erfolgreiches Unternehmen mit einem innovativen Management und damit ein wichtiger Player im Schweizer Reisemarkt ist.

Doch wir sind überzeugt, dass Dertour sich strategisch mit langfristigen Zielen engagieren wird. Dies war auch damals bei der Kuoni-Übernahme der Fall: Heute zeigt sich, dass der Brand Kuoni gemeinsam mit Helvetic Tours und sämtlichen Spezialisten nicht nur als eigenständige Marken erhalten wurde, sondern sehr erfolgreich mit über 1000 Mitarbeitenden in der Schweiz tätig ist.

Die neue Konstellation möchten wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht bewerten. Was man aber wohl schon sagen kann ist, dass im Volume Touroperating eine globale Lösung durchaus sinnvoll sein und gewisse Wettbewerbsvorteile bringen kann. Dass gewisse strukturelle Veränderungen der Reiselandschaft eintreten werden, kann nicht ausgeschlossen werden.»

Statement TPS Travel Professionals Switzerland:

Thomas Althaus. ©zVg/màd

«Mit Interesse hat die TPS-Genossenschaft die Mitteilungen zur Übernahme der Hotelplan Group durch die Dertour Group zur Kenntnis genommen. Die Geschäftsleitung und der Vorstand der TPS beobachten die Entwicklungen aufmerksam und stehen in engem Austausch mit beiden Unternehmen, um die Interessen unserer Mitglieder bestmöglich zu vertreten.

Gemäss den Aussagen in den Mitteilungen bleiben die Marken und Angebote bestehen, und die Mitarbeitenden sowie Standorte werden übernommen. Aus unserer Sicht signalisiert eine Fortführung der bewährten Strukturen, Kontinuität und Stabilität für alle Beteiligten.

Gemäss Aussagen in den Mitteilungen werden alle gebuchten Reisen wie geplant durchgeführt, und alle Angebote bleiben für jeden gewünschten Reisezeitpunkt buchbar. Ebenso bleiben die bestehenden Kommissionsmodelle mindestens bis zum Abschluss des Geschäftsjahres 2024/2025 unverändert.

Auch für Buchungen im darauffolgenden Geschäftsjahr 2025/2026 gelten die bereits kommunizierten Modelle weiterhin. Zudem laufen die TPS-Rahmenverträge für unsere Mitglieder unverändert weiter.

Wir nehmen insbesondere die Dertour Group hier beim Wort und wünschen uns, dass dies nicht nur Lippenbekenntnisse sind und beide Unternehmen inklusive deren Marken auch in Zukunft ihre Eigenständigkeit bewahren dürfen.

Die TPS-Genossenschaft erkennt insbesondere den wertvollen Einsatz der Mitarbeitenden an, die mit ihrem Engagement und ihrer Leidenschaft massgeblich zur Kundenzufriedenheit beitragen. Wir wissen, dass Veränderungen oft Unsicherheiten mit sich bringen, seitens der TPS möchten wir betonen, dass wir alle Akteure aktiv begleiten, um eine reibungslose Übergangsphase zu unterstützen.

Auswirkungen auf die Reisebranche in der Schweiz

Die Übernahme der Hotelplan Group durch die Dertour Group markiert eine Zäsur in der Schweizer Reisebranche. Durch die Integration in einen grösseren internationalen Verbund eröffnen sich mittelfristig neue Chancen für Innovation und Angebotsvielfalt. Gleichzeitig wird die Marktkonzentration weiter voranschreiten, was sich sowohl auf den Wettbewerb als auch auf die Preisgestaltung auswirken könnte.

Für die Vertriebspartner ändert sich in naher Zukunft gemäss Aussagen in den Mitteilungen nichts. Was die längerfristige Perspektive betrifft, erhoffen wir uns ebenfalls Kontinuität, rechnen aber mit betriebswirtschaftlich begründeten Anpassungen in der Organisation und im Produkt- sowie Markenportfolio.

Für Reisebüros und Anbieter in der Schweiz wird es entscheidend sein, flexibel auf mögliche Veränderungen in den Vertriebs- und Geschäftsmodellen zu reagieren. Die TPS-Genossenschaft wird diese Entwicklung genau verfolgen und sich weiterhin für stabile Rahmenbedingungen und attraktive Konditionen für ihre Mitglieder einsetzen.

Die TPS-Genossenschaft steht in stetigem Kontakt mit beiden Unternehmen und wir werden unsere Mitglieder proaktiv über neue Entwicklungen informieren.»