
Vor einigen Tagen fand in den Räumlichkeiten der FER die 87. Generalversammlung des Genfer Reisebüroverbands (Groupement des agences de voyages de Genève – GAVG) statt, an der rund 35 Mitglieder teilnahmen.
Auf der Jahresversammlung wurde ein Thema geklärt, das seit Monaten für Gerüchte sorgte: die Finanzen.
Die Gerüchteküche brodelte
Unter den formellen Punkten auf der Tagesordnung dieser Jahresversammlung wurde der Bericht des Kassier von allen erwartet.
Seit mehreren Monaten nährte die ‘Akte Fert’ zahlreiche Gerüchte, nicht nur in Genf, sondern auch in der übrigen Westschweiz. Und da Gerüchte sehr schnell durchsickern, war diese berühmte ‘Affäre’ fast schon zu einem offenen Geheimnis geworden. Angesichts dieses heiklen Dossiers hat der Vorstand des GAVG im Vorfeld zahlreiche Anstrengungen unternommen, um die Interessen seiner eigenen Mitglieder zu verteidigen und das Image der gesamten Reisebranche nicht zu beschädigen.
Es geht hier nicht um den Zusammenbruch von Fert & Cie – das Unternehmen ist weder Mitglied des GAVG noch des AVP -, das leider viele Mitarbeiter auf der Strasse zurückgelassen hat, sondern um die Finanzen des GAVG, die seit Ewigkeiten von Jean-Claude Fert verwaltet werden. Ein Kassier, dem alle vorherigen Verbandsvorsitzenden blind vertraut hatten.
In den letzten Jahren hatte der GAVG-Vorstand dem Jean-Claude Fert vergeblich nahegelegt, nach so langem Engagement die Führung abzugeben. Als das Unternehmen Fert jedoch ins Wanken geriet, versuchte der Vorstand, Zugang zu den Konten des GAVG zu erhalten, was erst nach wochenlangen Mahnungen gelang.
Sich selbst ein ‘Darlehen’ ausbezahlt
Jean-Claude Fert gab an, dass er sich im vergangenen Jahr ein Darlehen in Höhe von CHF 173’500 gewährt habe. Da ein solches ‘Darlehen von der GAVG’ strafrechtlich relevant ist, beauftragte der Vorstand einen Anwalt seine Interessen zu vertreten und zu versuchen, den von Jean-Claude Fert unrechtmässig an sich selbst ausbezahlten Betrag zurückzufordern.
Nach einer Vielzahl von Sitzungen, Briefen und E-Mails konnte diese traurige Angelegenheit zu 95% gelöst werden: Jean Claude Fert zahlte Anfang April 2025 CHF 167’300 zurück. Die GAVG ist zuversichtlich, dass sie die restlichen CHF 6200 in naher Zukunft zurückerhalten wird. (DS/BRA)
