«Jede Einschränkung gefährdet die Standortqualität des Flughafen Zürich»

Das Komitee Weltoffenes Zürich äussert sich zum neuen SIL-Objektblatt des Flughafen Zürich.
©Flughafen Zürich AG

Den Flughafen Zürich sieht das Komitee Weltoffenes Zürich als Tor der Schweiz zur Welt – und eine unverzichtbare Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort. Die geplante Anpassung des SIL-Objektblatts 2025 müsse deshalb gewährleisten, dass der Flughafen wettbewerbsfähig bleibe und seine Drehkreuzfunktion langfristig gesichert sei.

Letzte Woche ist die Frist der Anhörung für Organisationen wie das Komitee Weltoffenes Zürich zu Ende gegangen. Voraussichtlich im Sommer ist vom Bundesrat ein Entscheid zu erwarten.

Das Komitee Weltoffenes Zürich hat dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) die Stellungnahme zum Entwurf des SIL-Objektblatts Flughafen Zürich eingereicht. Die Beurteilung fällt grundsätzlich positiv aus: Das SIL-Objektblatt bilde eine gute Grundlage, um den Flughafen Zürich zu entwickeln und die internationale Anbindung langfristig zu gewährleisten.

Zentral sei die Sicherung der heutigen Betriebszeiten. Die bestehenden Zeiten von 6 bis 23.30 Uhr, wobei die letzte halbe Stunde dem Verspätungsabbau vorbehalten ist, seien essenziell für den Hub-Betrieb. Jede Einschränkung gefährde die Standortqualität und Wettbewerbsfähigkeit, so das Komitee.

Kapazitätsausbau

Die derzeitige Begrenzung auf 66 Flugbewegungen pro Stunde hemmt laut dem Komitee Weltoffenes Zürich die Entwicklung des Flughafens und steht einer steigenden Nachfrage nach Langstreckenverbindungen entgegen.

Die geplante schrittweise Kapazitätssteigerung zur Abfederung der Nachfragespitzen sei grundsätzlich sinnvoll, müsse jedoch beschleunigt werden. Es sei nicht akzeptabel, dass die Umsetzung von Sicherheits- und Pünktlichkeitsmassnahmen sowie auch Kapazitätsmassnahmen durch langwierige Genehmigungsverfahren jahrelang verzögert wird. Hier brauche es klare Vorgaben, um den Entwicklungsstau am Flughafen zu lösen. Ausdrücklich zu begrüssen sei, dass die im SIL-Bericht geprüften Betriebseinschränkungen verworfen werden.

Gegenwind

«Die Gegner ziehen vehement am anderen Ende des Seils und verkennen einmal mehr, wie stark sich die Lärmsituation in den letzten Jahrzehnten und Jahren verbessert hat. Ebenfalls nie erwähnt wird im Dauer-Lamento der Kritiker, dass der Flughafen Zürich heute die europaweit restriktivsten Betriebszeiten hat. Der Schutz der Bevölkerung wird sehr ernst genommen. Das ist legitim. Doch es liegt nicht drin, das Korsett noch enger zu schnallen», erklärt das Komitee Weltoffenes Zürich.

Zu betonen seien auch die vielfachen Vorteile, die der Flughafen und der Drehkreuz-Betrieb der Airline Swiss bringen. Über den Flughafen Zürich ist die Schweiz mit über 200 Destinationen in mehr als 70 Ländern verbunden.

«Als einziges interkontinentales Drehkreuz des Landes sichern Flughafen und Swiss die internationale Anbindung von Wirtschaft, Forschung und Tourismus. Am Flughafen hängen direkt über 30’000 Arbeitsplätze und eine jährliche Wertschöpfung von rund 7 Milliarden Franken», fügt das Komitee an.

Der Flughafen Zürich sei kein Selbstzweck – er sei eine strategische Notwendigkeit für die gesamte Schweiz. Jetzt gelte es, die Weichen so zu stellen, dass der Flughafen als Drehscheibe für die internationale Vernetzung der Schweiz weiterhin funktionieren kann, betont das Komitee Weltoffenes Zürich. (TI)