
Nach Hotelplan ist nun Knecht Reisen bereits das zweite grosse Schweizer Reiseunternehmen, welches seiner Kundschaft aktiv den Erwerb von Sustainable Aviation Fuel (SAF) schmackhaft machen wird.
Anlässlich der Knecht Ferienmesse ‘Reisewelten’ in Windisch erfolgte der Startschuss, um die Förderung nachhaltiger Flugkraftstoffe in Zusammenarbeit mit der Lufthansa Group und der Fluggesellschaft Swiss zu implementieren.
Der Fernreise-Veranstalter ermuntert via seine aktuell 17 Reisebüro-Filialen und das Tour Operating seine Privatkunden neu ab kommender Woche die Option SAF zu buchen. Knecht-CEO Markus Kohli zusammen mit Jani Lottonen, Key Account Manager Swiss, erklärten die Aktion.
Die Knecht-Kundschaft wird bei der Buchung von Flugreisen ermuntert, einen Beitrag zur
weiteren Forschung und Entwicklung nachhaltiger Flugkraftstoffe zu leisten. Entscheiden sie sich dafür, bezahlen sie bei Europa-Reisen einen Beitrag von CHF 50 und bei Übersee-Flügen CHF 100 pro Ticket. Die von Kunden einbezahlten Gelder rechnet Knecht zu 100% an Swiss ab. Die Airline setzt das Geld wiederum vollumfänglich für SAF-Einkäufe ein.
Knecht unterstütze damit die Förderung und Entwicklung von Technologien, welche zu einem klimafreundlicheren Reisen beitragen. SAF biete konkrete und heute umsetzbare Lösungsansätze, dies sei ihm persönlich aber auch für die gesamte Branche ein wichtiger Faktor, sagt Kohli. Dieser Flugkraftstoff spiele eine Schlüsselrolle für eine nachhaltigere Luftfahrt.
SAF ist nachhaltiger Flugkraftstoff
SAF ist ein Oberbegriff für Flugkraftstoffe, die ohne Verwendung fossiler Rohstoffe wie Erdöl oder Erdgas hergestellt werden. Die bei Swiss und der Lufthansa Group eingesetzte aktuelle Generation von SAF basiert hauptsächlich aus biogenen Reststoffen, wie gebrauchte Speiseöle. lm Vergleich zu herkömmlichem Kerosin spart SAF mindestens 80% der CO2-Ernissionen über die gesamte Wertschöpfungskette ein und reduziert daher unmittelbar den flugbezogenen CO2-Ausstoss.
SAF wird herkömmlichem Kerosin beigemischt und in derzeitigen Flugzeugen und mit bestehenden Triebwerken genutzt. Zurzeit beträgt die gemäss Treibstoffspezifikationen zugelassene Höchstbeimischungsquote von SAF derzeit 50%.
Allerdings gibt es für den Passagier keine Garantie, dass SAF auf dem von ihm gebuchten Flug eingesetzt wird. SAF wird von der Lufthansa Group zentral eingekauft, vom Lieferanten mit fossilem Kerosin vermischt und dann für den Einsatz zu verschiedenen Flughäfen transportiert. Die Lufthansa Group garantiert jedoch, dass innerhalb von sechs Monaten nach Erwerb das SAF in den Flugbetrieb der Lufthansa Group eingespeist wird.
Langstreckenflüge auf absehbare Zeit nur mit Kerosin-Antrieb
Heutige Flugzeuge haben eine Lebensdauer von mehr als 25 Jahren. Dadurch bleiben sie bis auf weiteres auf flüssige Treibstoffe angewiesen. Selbst wenn sich angekündigte Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffflugzeug-Projekte wie geplant realisieren lassen, wird sich ein Flotten-Rollover weit über 2050 hinausziehen.
Da derartige Technologien gemäss heutigem Wissensstand lediglich für Kurz- und Mittelstrecken eine Lösung darstellen, sind Langstreckenflüge auf absehbare Zeit nur mit Kerosin-Antrieb vorstellbar. Rund 80% der CO2-Emissionen des Luftverkehrs entstehen auf Strecken von mehr als 1500 Kilometern.
Der Preis für SAF hängt von der Technologie und der Ölpreisentwicklung ab. Aktuell liegt der Marktpreis für vorhandenes SAF aus biogenen Reststoffen drei- bis fünfmal über dem Preis für fossiles Kerosin. Die Lufthansa Group engagiert sich in zahlreichen Projekten, damit nachhaltige Flugkraftstoffe möglichst schnell in grösseren Mengen verfügbar werden. Derzeit bezieht die Gruppe das SAF von der Firma Neste in Finnland. (TI)








