Palma zieht die Zügel an!

Kampf dem Overtourism: In Palma de Mallorca sollen künftig knallharte Benimmregeln gelten..
Kathedra La Seu, Palma de Mallorca ©AETIB

Der konservative Oberbürgermeister der Hauptstadt Palma de Mallorca, Jaime Martínez, hat ein neues, knallhartes Massnahmenpaket geschnürt, dass es in sich hat.

Nicht nur strenge Benimmregeln, sondern auch ein Verbot von geführten Touristengruppen mit mehr als 20 Personen sieht die neuen Verordnung, die bald in Kraft treten soll, vor.

Laut dem «Mallorca Magazin» stellte Martinez unlängst der Öffentlichkeit Einzelheiten aus seiner neuen Verordnung für rücksichtsvolles Verhalten vor. Wer besipielsweise in einem Camping Mobil in der Stadt auf einem nicht explizit dafür ausgewiesenen Platz übernachtet, erlebt, wenn er erwischt wird, ein böses Erwachen: Dann wird nämlich ein Bussgeld von bis zu EUR 750 fällig.

Wegen der Wohnungsnot hatten sich unlängst immer häufiger ganze Ansammlungen solcher ‘Autocaravanas’ in einzelnen Stadtteilen gebildet.

Spucken und Pinkeln kann sehr teuer werden

Ebenfalls EUR 750 blättert in der Inselhauptstadt künftig hin, wer von einem Ordnungshüter beim spucken oder urinieren erwischt wird. Doppelt so tief, nämlich mit 1’500 EUR, muss in Zukunft in die Taschen Erziehungsberechtigter gegriffen werden, wenn Minderjährige beim Alkoholkonsum erwischt werden.

Glücksspiele wie beispielsweise das – besonders am Ballermann sehr beliebte – ‘Hütchenspiel’ sind ebenfalls verboten und werden bei Zuwiderhandlung wird mit Bussgeldern von 30’000 bis stattlichen 450’000 Euro belegt.

Auch auf wildes plakatieren sollte in Zukunft besser verzichtet werden, denn dies wird mit zwischen 150 und 6010 Euro gebüsst. Bis zu 3000 Euro werden fällig, wenn sich jemand mit einem Graffiti-Kunstwerk irgendwo verewigt, und dabei ertappt wird. E-Scooter-Fahrer müssen einen Helm tragen und eine Haftpflichtversicherung nachweisen können.

Auch Kreuzfahrttouristen kann es treffen

Was viele Reedereien vor logistische Herausforderungen stellen dürfte, ist ein weiterer Ein weiterer Kernpunkt des Regelwerks gegen den Overtourism: Geführte Touristengruppen von mehr als 20 Personen werden nämlich nach der neuen Verordnung ebenso streng verboten, wie auch Benutzung von Megaphonen. Immer wieder hatten in der Vergangenheit nämlich grosse Gruppen von Kreuzfahrttouristen bei den Locals für Ärger gesorgt. (TI)