
Die Werft 3 am Flughafen Zürich diente Edelweiss als spektakuläre Location, um am Donnerstag, 27. März 2025, ihr jüngstes Flottenmitglied, den Airbus A350-900, auf den Namen Piz Bernina zu taufen.
Nicht ohne Stolz wurde immer wieder erwähnt, dass die Maschine mit der Kennung HB-IHF der erste A350 ist, der in der Schweiz immatrikuliert ist.
Rund 200 Freunde, Fans, Partner und Medienvertreter waren der Einladung der Ferienfluggesellschaft gefolgt, um die Einflottung zu feiern und den Jet in Augenschein zu nehmen.
Ein Food Corner, bestehend aus mehreren Food Trucks, zwei Bars, sowie eine Bühne für den Taufakt, bildeten die Kulisse für den Star des Events, den perfekt in Szene gesetzten und illuminierten A350-900 als strahlenden Mittelpunkt auf einer aus Leuchtbalken nachempfundenen Landebahn.

30 Jahre – 3 CEO – lebendige Airline Geschichte
Unter den Protagonisten waren auch Nik Grob, der 1995 zusammen mit Kuoni Edelweiss gegründet hatte, und diese bis 2002 als CEO führte, ehe dann der ebenfalls in der Taufgemeinde anwesende Karl Kistler die Geschicke der Airline für 12 Jahre leitete.
Seit 2014 ist der aktuelle CEO Bernd Bauer im Amt, der nach einem emotionalen Film Clip über die Landung des neuen Fliegers vor zwei Wochen in Zürich-Kloten gemeinsam mit Vertretern der Taufpaten-Region Pontresina auf den Namen ‘Piz Bernina’ getauft wurde.
Edelweiss bleibt mit dem Namen des neuen Flugzeuges seinem Konzept treu, all ihre Maschinen nach Schweizer Orten zu benennen, an denen Edelweiss wächst. Und so kommt nun eben nach Namen wie ‘Blüemlisalp’ oder ‘Pilatus’ noch der höchste Viertausender der Ostalpen, der Piz Bernina, in die Flotte.
Bernd Bauer assozierte: «Mit dem höchsten Berg Graubündens als Namen des neuen Flugzeuges wollen wir nicht nur zu neuen Höhenflügen, sondern in neue Dimensionen des Fliegens abheben».
Das obligate Edelweiss Holzbänkli in der Partnerregion wird laut Corvatsch-VR-Präsident und Taufpate Franco Tramèr «seinen Ehrenplatz an der Bergstation der Diavolezza-Bahn bekommen, mit bestem Blick auf den namensgebenden Berg.»
Bald gibt’s weiteren Flottenzuwachs
Der im neuen Design bemalte neue Flieger steht aber nicht lange alleine im Edelweiss-Rampenlicht. Insgesamt sechs Maschinen des Typs Airbus A350-900 hat Edelweiss von der brasilianischen Latam übernommen. Mit nur rund 200 Circles, also hundertmal Hin- und Rückflug, sind die erst rund fünf Jahre alten Maschinen also noch fast als ‘neuwertig’ zu bezeichnen.
Der Piz Bernina wird nach der Taufe am 1. April seinen Erstflug nach Teneriffa absolvieren und dann für rund drei Monate in einer, wie Bernd Bauer es nannte, «Europa-Promotion Tour» auf der Kurz- und Mittelstrecke eingesetzt, um die Crew zu trainieren. Ab Mitte Mai wird die erste neue Maschine dann auf der Langstrecke eingesetzt nach Las Vegas.
Ab 1. Juli steht dann bereits der zweite, im September der dritte und im Dezember gar schon der vierte neue A350 im Einsatz für die Schweizer Ferienfluggesellschaft. Bis Ende 2026 soll dann die A350-Flotte mit allen sechs Maschinen komplettiert sein, und bis dann auch für das endgültige Edelweiss Bordprodukt konfiguriert.
Zum Start noch eine «Trim and Finish-Kabine»
Aktuell sieht TRAVEL INSIDE beim Kabinenrundgang noch ein sogenanntes ‘Trim and finish’. Will heissen, dass alle Items, die Sitzbezüge, die Vorhänge, die Teppiche – all das ersetzt und auf Edelweiss angepasst wurden, die sonstige Hardware aber noch diejenige der Latam ist.

In der Economyclass und der Edelweiss-eigenen Economy Max bringt das zunächst kaum nennenswerte Veränderungen mit sich. Die Flugzeuge haben jetzt zum Start im Try and Finish noch in 2-2 Bestuhlung 30 Businessclass-, und in 3-3-3 Formation 63 Economy-Max- und 246 Economyclass-Sitze.
Dies, weil bei der Umbau-Partnerfirma schlicht die Kapazitäten fehlen würden, die Maschinen gleich von Beginn weg umzurüsten. «Das wird bis Ende 2026 aber peu-à-peu bei allen Maschinen passieren», gibt die Kabinencrew TRAVEL INSIDE bei der Besichtigung zu Protokoll.
«Ein Langstreckenflugzeug, dass sich wie ein Kurzstreckenjet fliegt»
Die Geschäftsleitung, die Kabinencrew und auch die Piloten schwärmen einhellig in höchsten Tönen vom neuen Flugzeugtyp. Von letzteren hat man mehrmals den Satz gehört: «Es macht unglaublich Spass, diese Maschine zu fliegen, die dem A340 so vieles voraus hat: Es ist viel leiser, mit 25% weniger Treibstoffverbrauch und auch 25% weniger CO2-Emmissionen wesentlich effizienter und hat mit 15’000 km Reichweite fast zwei Stunden Flugzeit mehr als ihr Vorgänger. Man fliegt einen supermodernen Langstreckenjet, hat aber vom Handling her das Gefühl, ein Kurzstreckenflugzeug zu bedienen».
Christoph Fontanive
