
Das Procap Team lud rund 100 Freiwillige, Spenderinnen und Spender zum Juiläumsabend in der Schützi Olten ein – dieser Anlass bot für die Gäste ein besonderes Highlight: Der renommierte Weltenbummler Andreas Pröve aus Deutschland, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, zog das Publikum mit spektakulären Bildern und lustigen Anekdoten in seinen Bann.
Mit dem Rollstuhl durch Myanmar
In seinem Vortrag erzählte Pröve rund anderthalb Stunden von seinen aussergewöhnlichen Reisen. Seine Abenteuer führten ihn an Orte, die selbst für Menschen ohne Behinderungen einen ausgeprägten Willen für schwierigste Herausforderungen erfordern.
So erzählte er etwa von Myanmar, wo er bewegende Momente der Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft erlebte. Besonders eindrücklich habe er berichtet, wie Sherpas ihn über unwegsames Gelände begleiteten. Mit seiner Begeisterung für kulinarische Entdeckungen sorgte er für Schmunzeln, etwa dann, als er vom Verzehr einer frittierten Vogelspinne erzählte.
Selbstbestimmung auf Reisen
«Seine Erlebnisse zeigen, was Selbstbestimmung auf Reisen wirklich bedeutet», sagte Sabina Schwyter-Küffer, Geschäftsführerin von Procap Schweiz. Sie betonte, wie wichtig es sei, Menschen mit Behinderungen die Freiheit und Möglichkeiten zu geben, die Welt zu entdecken. Sie freue sich, diesen besonderen Abend «mit so vielen engagierten Unterstützerinnen und Unterstützern teilen zu dürfen».
Procap-Präsident Laurent Duvanel hob in seiner Ansprache die Bedeutung der Freiwilligenarbeit hervor. Procap kann als grösster Mitgliederverband für Menschen mit Behinderungen in der Schweiz seit Jahren auf rund 1000 Freiwillige für die Realisierung zahlreicher Angebote zählen.
Nachfrage nach barrierefreien Reisen wächst
Das 30-jährige Bestehen von Procap Reisen sei weit mehr als nur ein Grund zum Feiern, erklärt das Unternehmen. Die Abteilung habe sich in der Schweiz zur führenden Anlaufstelle für barrierefreies Reisen entwickelt.
Doch der Erfolg bringe auch Herausforderungen mit sich: Die steigende Nachfrage nach begleiteten Reisen übersteige mittlerweile das Angebot. Helena Bigler, die seit den Anfängen von Procap Reisen dabei ist und die Abteilung leitet, nutzte die Gelegenheit, um ihrem Team zu danken: «Ohne unsere Mitarbeitenden und ihre Leidenschaft wäre dieser Weg nicht möglich gewesen.»
Mit Blick auf Andreas Pröve ergänzte sie: «Er hat uns einmal mehr gezeigt, wie wir mit Hilfsmitteln, Kreativität und Mut barrierefreies Reisen weiter voranbringen können.»
Barrierefreiheit und Inklusion bleiben zentrale Themen
Die seit 30 Jahren durchgeführten Individual- und Gruppenreisen seien gelebte Inklusion: Menschen mit Behinderungen erhalten nicht nur Unterstützung, sondern auch die Freiheit, die Welt zu entdecken, erklärt Procap Reisen.
Mit der Jubiläumsfeier setze Procap ein starkes Zeichen dafür, dass Barrierefreiheit und Inklusion weiterhin zentrale Themen bleiben – nicht nur im Bereich Reisen, sondern in allen Lebensbereichen. «Wir haben in den vergangenen Jahren viel erreicht, aber es bleibt noch viel zu tun», resümierte Sabina Schwyter-Küffer. (TI)
