
Eine Zugverbindung von der Schweiz nach London – über dieses Vorhaben wird schon länger diskutiert. Erst Anfang Mai unterzeichnete Bundesrat Albert Rösti bei seinem Besuch in London eine Absichtserklärung mit der britischen Verkehrsministerin Heidi Alexander, TRAVEL INSIDE berichtete.
Anfang März gab die SBB zudem bekannt, dass sie die mögliche Beschaffung von 40 Zügen prüfe, welche im Verlauf der 2030er-Jahre gegebenenfalls für Destinationen wie Barcelona und London eingesetzt werden sollen.
Nun könnte das Bahnunternehmen Eurostar der SBB aber zuvorgekommen sein: Wie der Betreiber von Hochgeschwindigkeitszügen im Zuge seiner Bilanz-Pressekonferenz mitteilte, sollen ab Anfang der 2030er Jahre drei neue Direktverbindungen in Kraft treten, darunter die Strecke London-Genf.
Anhaltende Nachfrage nach internationalen Bahnreisen
Des Weiteren plant der Betreiber von Hochgeschwindigkeitszügen neue Verbindungen von London nach Frankfurt und von Amsterdam/Brüssel nach Genf. Die Verbindungen sollen mit einer neuen Flotte realisiert werden: Aufgrund der anhaltenden Nachfrage nach internationalen Bahnreisen in ganz Europa werde Eurostar rund 2 Mia. Euro in bis zu 50 neue Züge investieren, teilte das Bahnunternehmen mit.
Für die geplanten neuen Strecken will Eurostar mit Partnern zusammen arbeiten. Ob damit wohl auch die SBB gemeint ist? Fakt ist: Das Projekt der neuen Strecke ist mit Herausforderungen verbunden: Weil Grossbritannien nicht Mitglied des Schengen-Raums ist, müssten bei einer Verbindung von der Schweiz nach London für die Passagierkontrollen in beiden Ländern Abfertigungsterminals an beiden Bahnhöfen vorhanden sein.
Das Vorhaben der SBB hat daher auch kritische Stimmen hervorgebracht: Erst kürzlich erschien ein Update zu einer Studie, bei welcher die Autoren zum Schluss kamen, dass die Verbindung chancenlos sei (TRAVEL INSIDE berichtete).
Trotz Kritik und Herausforderungen scheint eine Zugverbindung von der Schweiz nach London nun aber näher zu rücken. (TI)
