
Gestern Donnerstag (18.8.) stellte TRAVEL INSIDE das Kreuzfahrtschiff Marina und die Philosophie von Oceania Cruises vor, verknüpft mit konkreten Reiseerfahrungen einer Ostsee-Kreuzfahrt.
An Bord war auch Maik A. Schlüter, Oceania-Direktor für die deutschsprachigen Märkte, der sich einigen Fragen von TI stellte.
Maik Schlüter, der 5-Sterne-Begriff kann unterschiedlich interpretiert werden – wie umschreiben Sie die Positionierung von Oceania Cruises?
Oceania bietet klar einen 5-Sterne-Standard, aber keine 5-Sterne-Steifheit! Es geht uns auch nicht um einen überzogenen Luxus, sondern um ein stilvoll-elegantes, eher klassisch-traditionelles Ambiente. Authentizität steht im Vordergrund, und das reicht von der feinsten Küche auf See über sorgfältig kuratierte Routen und Landausflüge weltweit bis zu Original-Gemälden von Miro und Picasso. Die Atmosphäre an Bord ist leger und persönlich, es gibt keine Galanacht und eine grosse Abendgarderobe ist nicht notwendig.
Wie kommt diese Ausrichtung in den deutschsprachigen Märkten an?
Der englischsprachige Markt mit den USA, Kanada, Australien und Grossbritannien ist klar führend, doch gleich danach folgt der deutschsprachige Markt mit der Schweiz, Deutschland und Österreich. Diese Gäste wählen Oceania Cruises vor allem wegen der speziellen Routen weltweit, der Internationalität an Bord und der hervorragenden Kulinarik. Gerade die Grand Voyages, eine Stärke von Oceania, sind in den hiesigen Märkten gut nachgefragt.
Dazu braucht es eine Zielgruppe, die Zeit und Geld hat.
Oceania legt keine Turnusfahrten auf sondern ausschliesslich Einzelreisen, und die Fahrten dauern länger. Deshalb sind vor allem – aber keineswegs ausschliesslich – Gäste der Altersgruppe 60+ an Bord. Das gilt insbesondere auch für unsere Weltreisen, die meist sehr rasch ausgebucht sind. Wir können übrigens stets mehr Schweizer Weltreisen-Gäste begrüssen als aus dem zehnmal grösseren Markt Deutschland. Und die Schweizer buchen auch regelmässig die besseren Kabinen und Suiten als die anderen DACH-Gäste.
Wie entwickelt sich nun die Nachfrage nach Corona?
Im laufenden Jahr gibt es aktuell noch gewisse Vakanzen, die wir mit nun mit speziellen Angeboten vermarkten. Aber bereits während Corona konnten wir erfreulich viele längerfristige Buchungen für 2023 und 2024 entgegennehmen, die Aussichten entwickeln sich sehr positiv. Unser lebens- und reiseerfahrenes Zielpublikum hat keine Impf-Bedenken und freut sich darauf, wieder die Welt zu entdecken.
Die meisten Luxus-Reedereien kennen ein All-inclusive-Konzept, nicht aber Oceania.
Bei uns kann jeder Gast selber entscheiden, welche Leistungen er beziehen möchte und welche nicht. Deshalb kennen wir das O’Life-Konzept, bei dem zwischen inkludierten Landausflügen, einem Getränke-Paket oder einem Bordguthaben ausgewählt werden kann. Das Preisbild liegt bei Oceania Cruises etwas tiefer als bei den angetönten Luxus-Reedereien. Generell inbegriffen sind aber etwa sämtliche Spezialitäten-Restaurants oder Wifi.
Wir befinden uns hier auf der Marina, die im nächsten Jahr umfassend aufgefrischt wird. Was können wir erwarten?
Nach den vier kleineren Schiffen werden nun auch die beiden grösseren Einheiten modernisiert und aufgefrischt: Die Riviera im kommenden November, die Marina ein Jahr später. Dabei geht es vor allem um das Innendesign sämtlicher Räumlichkeiten und Unterkünfte, das weiterhin klassisch-elegant wirken wird, aber zeitgemässer, frischer und heller. In gewissen Kabinen und Suiten wird die Badewanne durch einen grossen Duschbereich ersetzt, der Waves Grill wird zu einer Pizzeria. Aber auch neue kulinarische Entdeckungen und Cocktails wird es zu entdecken geben.
Im nächsten Jahr folgt zudem mit der Vista der erste von zwei Neubauten.
Ja, bis im Jahr 2025, wenn das zweite neue Schiff in Betrieb geht, werden sich unsere Kapazitäten um 47 Prozent erhöhen. Die Neubauten sind gleich gross wie die Riviera und die Marina, der Aufbau und die Raumaufteilung sind ebenfalls weitgehend identisch mit ein, zwei Neuerungen: So wird das französische Spezialitäten-Restaurant Jacques durch ein Ember mit innovativer amerikanischer Küche ersetzt, und oben bei der Barista-Bar gibt es neu eine Bakery. Vor allem aber wird sich die Vista in einem neuen, modernen und ikonischen Design in bester Oceania-Tradition präsentieren.
Interview: Beat Eichenberger








