Spohr muss sparen

Gewinnrückgang trotz Rekordumsatz: Lufthansa-Boss Carsten Spohr schnürt ein Sparpaket für die Kernmarke.
Carsten Spohr. © Lufthansa

Die deutsche Lufthansa verzeichnete im diesen Sommer eine starke Nachfrage und konnte gar einen Rekordumsatz generieren – aufgrund zu hoher Kosten resultierte unter dem Strich aber trotzdem ein Gewinnrückgang.

CEO Carsten Spohr will deshalb nun den finanziellen Gürtel der Kranich-Airline enger schnallen und kündigte ein Sparprogramm an. Ziel von diesem sei es, den operativen Gewinn bis 2026 um 1,5 Milliarden Euro zu steigern, wie deutsche Fachmedien berichten.

Trotz des umsatzstärksten dritten Quartales der Unternehmensgeschichte – Lufthansa Group konnte den Konzernumsatz um 5 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro gegenüber der Vorjahresperiode steigern – betrug der operative Gewinn mit 1,3 Milliarden Euro rund 200 Mio weniger als im gleichen Vorjahresquartal. Gestiegene Personal- und Materialkosten und höhere Gebühren sollen massgeblich dafür verantwortlich sein.

‘Turnaround’ – der Name ist (Spar-)Programm

Insgesamt flogen die fünf Airlines des Konzerns, Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Eurowings im dritten Quartal 1,2 Milliarden Euro Gewinn ein. Rund 200 Millionen weniger als 2023.

Der Konzern sieht speziell im Gewinnrückgang von Lufthansa Airlines um 234 Mio. Euro eine der Hauptursachen für das negative Gesamtergebnis. Lieferverzögerungen bei neuen Maschinen, erhöhte Standortkosten, gestiegene Personalkosten und Kompensationszahlungen aufgrund von Unregelmässigkeiten im Flugbetrieb hätten das Budget von Lufthansa wohl «überdurchschnittlich belastet», so die Lufthansa Group.

Carsten Spohr präsentierte nun ein Sparprogramm mit dem sinnigen Namen ‘Turnaround’. Mit diesem sollen vor allem Faktoren wie Effizienz und  Produktqualität verbessert und so die Airline für die Zukunft gerüstet werden.

Im Detail sieht das beispielsweise so aus, dass vermehrt Kurzstrecken-Rotationen weg von der Kernmarke und hin zu Lufthansa City Airlines verlagert werden sollen, um die Kosteneffizienz zu steigern.

Des Weiteren sollen durch Netzwerk-Optimierungen und gesteigerte Automatisierung bessere Effizienzwerte erreicht werden. Bereits im 2026 sollten sich diese und weitere Massnahmen positiv in prognostiziertem Rahmen von rund 1,5 Milliarden Euro auf das EBIT auswirken. (TI)