Terceira: Die ‘Lila Insel’ im grünen Atlantik 

Ursprüngliche Landschaft, herzliche Menschen und eine Prise Abenteuer – TRAVEL INSIDE war beim Edelweiss-Erstflug auf die Azoren-Insel dabei.
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Mit dem Edelweiss Jungfernflug von Zürich nach Terceira ist die zweitbevölkerungsreichste Insel der Azoren nun erstmals direkt aus der Schweiz erreichbar. Für Kunden, die Ursprünglichkeit, Aktivurlaub und landschaftliche Vielfalt schätzen, ist das eine hervorragende Nachricht. 

Terceira gehört zur zentralen Inselgruppe der Azoren und ist rund 30 Kilometer lang und an ihrer breitesten Stelle 17 km breit. Auf 402 km² leben ca. 56’000 Menschen – viele davon in der charmanten Inselhauptstadt Angra do Heroísmo.

Die Farben der Insel sind auffällig: Während das Inselinnere in den verschiedensten Grüntönen leuchtet, finden sich in den Städten zahlreiche lilafarbene Hausfassaden – daher auch der Beiname ‘Purple Island’. 

Der höchste Punkt ist die Serra de Santa Bárbara mit 1021 Metern. Von dort aus reicht der Blick über Calderen, Weiden, alte Lavaströme und dichte Lorbeerwälder. Diese sogenannte Laurissilva-Vegetation ist typisch für die Azoren – und auf Terceira noch besonders ursprünglich erhalten. 

Menschen mit Herz und Wurzeln 

Was Terceira besonders macht, sind nicht nur die Landschaften, sondern auch die Menschen. Die Bevölkerung ist bodenständig, stolz auf ihre Traditionen und für ihre Gastfreundschaft bekannt. Viele betreiben Landwirtschaft, leben vom Tourismus oder vom Fischfang. In den Dörfern hat man das Gefühl, dass die Zeit ein wenig langsamer tickt – Stress ist hier ein Fremdwort. 

Ein schönes Beispiel für das kulturelle Erbe ist die Süssspeise ‘Donas Amélias’, die wir in der traditionellen Bäckerei ‘O Forno’ probieren durften. Diese Küchlein wurden 1901 zur Ehre von Königin Amélia kreiert und gehören seitdem zur kulinarischen Identität der Insel. 

Ein Paradies für Wanderer – und Wetterfreunde 

Wer wandert, wird Terceira lieben: Es gibt ca. 50 km gut markierte Wanderwege, etwa entlang der Lavaküste bei Biscoitos oder durch die Nebelwälder der Serra do Cume. Auch das Innere der Insel rund um den Vulkankrater Algar do Carvão ist ein Eldorado für Naturfreunde. Dort warten jahrtausendealte Lavatunnel, Höhlen und üppige Vegetation. 

Typisch für die Insel ist das wechselhafte Wetter. So kann man an einem Tag morgens im Regen durch Nebelwälder wandern, mittags bei Sonnenschein in Lavapools baden und abends einen Regenbogen über der Küste fotografieren. Drei Jahreszeiten an einem Tag sind keine Seltenheit – und genau das macht den Reiz aus. 

Kultur, Kulinarik und Küsten 

Ein Highlight ist der Aufenthalt in Angra do Heroísmo – einer Stadt mit Weltkulturerbe-Status. Die Altstadt mit ihren barocken Kirchen, bunten Häusern und gepflasterten Gassen erzählt viel über die Seefahrtsgeschichte Portugals. Der Blick vom Monte Brasil über die Stadt ist ein Muss – und gleichzeitig ein guter Einstieg in die Topografie der Insel. 

Die Küche Terceiras ist deftig und authentisch. Besonders erwähnenswert ist die traditionelle Alcatra – ein stundenlang gegarter Rindfleischeintopf im Tontopf, den wir im Restaurant von Quinta do Martelo geniessen durften. Die Quinta selbst ist ein liebevoll rekonstruiertes Bauerngehöft, das Geschichte, Architektur und Ökologie vereint – ideal für Kunden, die das authentische Landleben der Azoren erleben möchten. 

Insel voller Highlights – was man auf Terceira gesehen haben muss 

Terceira ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch reich an kulturellen, geologischen und kulinarischen Highlights – ein idealer Mix für entdeckungsfreudige Reisende. Ganz oben auf der Must-See-Liste steht die Algar do Carvão, ein begehbarer Vulkanschlot, in den man wie in eine andere Welt hinabsteigt: Moosbewachsene Felswände, unterirdische Seen und bizarre Basaltformationen machen diese Höhle zu einem echten Naturwunder.  

Ein weiteres geologisches Highlight sind die Furnas do Enxofre, schwefelhaltige Dampfaustritte inmitten üppiger Vegetation. Der leichte Schwefelgeruch liegt in der Luft, während der Boden dampft – ein eindrucksvolles Schauspiel vulkanischer Aktivität. 

Wer den besten Panoramablick sucht, sollte den Miradouro da Serra do Cume nicht verpassen. Von hier aus zeigt sich das berühmte ‘Patchwork’ der Insel: grüne Wiesen, die durch dunkle Steinmauern getrennt sind und sich wie ein Flickenteppich über das Hochland legen. Eine ideale Fotogelegenheit – besonders bei wechselhaftem Wetter, das für dramatische Lichtstimmungen sorgt. 

An der Küste lockt der Ort Biscoitos mit seinen natürlichen Lavapools. Diese bizarren Formationen aus erstarrter Lava, in denen man bei gutem Wetter wunderbar baden kann, sind ein absolutes Sommer-Highlight. Gleichzeitig ist die Region bekannt für ihre Weinkultur: In kleinen Parzellen zwischen Lavasteinen wachsen hier robuste Reben, aus denen ein charaktervoller Weisswein gekeltert wird.  

Auch kulturell hat Terceira viel zu bieten: In São Sebastião befindet sich eine der ältesten Kirchen der Azoren und das Fischerdorf São Mateus da Calheta gibt mit seinem aktiven Hafen und den traditionellen Booten einen authentischen Einblick in das Inselleben. 

Ein besonderer Tipp für Geniesser ist ein Besuch der Quinta do Martelo, einem preisgekrönten Landgut, das wie ein lebendiges Freilichtmuseum funktioniert. Hier wird biologische Landwirtschaft betrieben und alte Handwerkstechniken gepflegt. In der Küche gibt es mit ‘Alcatra’ einen traditionellen Rindfleischeintopf, der stundenlang im Tontopf gegart wird – Slow Food auf Azoreanisch.

Nicht zu vergessen die Whale-Watching-Touren, für die Terceira einen exzellenten Ruf geniesst. Das Beobachten von Pottwalen, Blauwalen oder Delfinen in freier Wildbahn ein unvergessliches Erlebnis – und ein starkes Verkaufsargument für jede Azorenreise. 

Fazit: Für wen ist Terceira das richtige Reiseziel? 

Terceira ist ideal für Kunden, die aktiven Natururlaub suchen, gerne wandern, neue Kulturen entdecken und auf ursprüngliche Reiseerlebnisse setzen. Auch für Paare oder kleine Gruppen eignet sich die Insel – besonders in Kombination mit anderen Azoreninseln. 

Dank des neuen wöchentlichen Direktflugs mit Edelweiss ab Zürich bis Ende September ist Terceira nun komfortabel mit einem A320 erreichbar und wird sicher bald häufiger auf Kundenwunschlisten auftauchen. Es ist ein Reiseziel für alle, die das Echte suchen – und bereit sind, sich auch einmal auf Regen, Wind und Wildnis einzulassen. 

Ralf Stephan, Terceira