TTS bereitet sich auf die Zukunft vor

Der TTS-Präsident Kurt Eberhard macht sich Gedanken, wie er die Geschäftsstelle ins 2021 führen wird und wie der Zusammenschluss auf eine breitere Basis gestellt werden kann.

Kurt Eberhard, die TTS Geschäftsstelle hat ihr Büro in Adliswil per Ende September aufgegeben. Offenbar jedoch nicht geschlossen, sondern ist neu als Untermieterin in die Räumlichkeiten von Knecht Kloten gezogen. Das Büro wird nicht aufgegeben?

Das ist so korrekt. Wir hatten ursprünglich geplant vorübergehend, bis die Krise überstanden ist, ganz auf ein Büro zu verzichten und die Angestellten – Beat Obrist  und Gaby Howald  – auf Homeoffice umzustellen. Praktische Überlegungen und ein sehr attraktives Angebot von Knecht in Kloten haben uns nun zu dieser Lösung bewogen. Dort sind wir nun zur Untermiete, können auf eine tolle  Infrastruktur an zentraler Lage zurückgreifen und sparen erst noch einen schönen Batzen an Miete. Die Büros in Adliswil waren ehrlicherweise auch etwas zu gross, wenn auch nicht sehr teuer.

Der langjährige Geschäftsführer Beat Obrist arbeitet anscheinend in Kloten weiter. In einem 20% Pensum und nur bis Ende Jahr?

Beat Obrist wurde per 30. September offiziell pensioniert. Er hat sich aber auf unsere Bitte hin bereit erklärt, noch bis Ende dieses Jahres in einem 20% weiterzuarbeiten. In dieser Zeit werde ich als VRP sehr eng mit ihm und Gaby Howald – sie bleibt uns weiterhin mit einer 40% Stelle erhalten – zusammenarbeiten, um einen geordneten Übergang zu gewährleisten.

Wie geht es weiter mit der TTS Geschäftsstelle und überhaupt mit dem TTS, wie weit sind die Erweiterungsgespräche gediehen?

Bis auf Weiteres und bis wir uns wieder einen richtigen Geschäftsführer leisten können und wollen, werde ich in einer Doppelfunktion als Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer mit einem Pensum von zirka 20% agieren und die Geschäfte führen.

Erweiterungsgespräche sind im Moment etwas harzig, da die Meisten verständlicherweise derzeit ganz andere Sorgen haben, als Vereinigungen beizutreten. Das will aber nicht heissen, dass wir nicht in Zukunft wieder Gas geben wollen. Dazu haben wir an der letzten Vollversammlung verschiedene Massnahmen in Bezug auf Mitgliedschaftsbedingungen etc. verabschiedet. Diese werden es uns erlauben, neue Mitglieder einfacher aufzunehmen und wir werden als Vereinigung ganz generell attraktiver.

Wohin gehen denn die Gedanken in Sachen Umwandlung und Neumitglieder konkret?

Unter anderem denken wir auch sehr laut über die Umwandlung von einer AG in eine Genossenschaft nach. Dies, weil wir feststellen, dass uns insbesondere bei der Aufnahme von Neumitgliedern, die etwas schwerfällige Organisation einer AG oft im Wege steht. Das braucht aber noch Zeit. Daneben passen wir unsere Aufnahme- und Mitgliedschaftsbedingungen an.

Folgende Vorgaben sollen wegfallen oder aufgehoben werden:

  • Vorgaben Minimumumsatz bei den TTS TO
  • Pflicht zur Offenlegung von Bilanz und Erfolgsrechnung
    • Auf freiwilliger Basis werden wir weiterhin ein Benchmarking für unsere Mitglieder anbieten
  • Gebietsschutz für Retailer in ihrer Region
    • bestehende Mitglieder behalten ein limitiertes Vetorecht
  • Verpflichtung der TO’s an der Teilnahme an Marketingaktivitäten
  • Mitgliedschaft beim SRV
    • wird aber weiterhin empfohlen!

Folgende Vorgaben bleiben bestehen:

  • Gebietsschutz für die TO in ihren angebotenen Destinationen
  • Gesetzlich anerkannte Kundengeldabsicherung

Und wie sieht das neue Model in Sachen Mitgliederbeiträgen aus?

Es gibt ein neues Modell für die Mitgliederbeiträge 2021. Die Berechnung wird grundsätzlich vereinfacht. Es gibt nur noch einen Sockelbeitrag von CHF 2950 für das Jahr 2021. Die Umsatzkomponente zur Berechnung der Beitragshöhe entfällt. Filialen bezahlen einen Administrationszuschlag von CHF 200 pro Filiale. Die TO zahlen einen Zuschlag. Alle TTS-Mitglieder zahlen weniger als früher.

Mit diesem neuen und günstigeren Beitragsmodell holt man in normalen Jahren die Gebühren sehr einfach und schnell wieder über höhere SUKOS, GDS-Incentives und weitere Benefits zurück. Ein guter Grund, TTS-Mitglied zu bleiben oder zu werden.

Zugegebenermassen ist das in einem Jahr, wie wir es gerade erleben etwas schwieriger. Darum haben wir aber auch die Gebühren in diesem Jahr um 50% gesenkt und finanzieren das vom TTS-Vermögen. (TI)