
Das US-Verkehrsministerium hat sowohl die Swiss als auch den Mutterkonzern Lufthansa am 30. Dezember mit einer hohen Geldbusse gerügt: 200’000 Dollar (rund CHF 180’000) muss Swiss der US-Behörde zur Strafe zahlen, Lufthansa muss sogar 220’000 Dollar hinblättern. Doch wie kam es zu solch happigen Strafen?
Codeshare mit United: Rechtlich gesehen als US-Airline unterwegs
Der Regelverstoss hat sich gemäss der US-Behörde von März 2022 bis April 2024 ereignet. Swiss und Lufthansa sollen in diesem Zeitraum Flüge in Lufträumen durchgeführt haben, die für US-Airlines gesperrt sind; und hier liegt das Problem: Die Swiss und ihr Mutterkonzern sind nämlich als Partner-Fluggesellschaften für United Airlines unter dessen Code UA geflogen.
Anstelle des eigenen Codes LX war Swiss im Rahmen dieser sogenannten Codeshare-Flügen also mit einem US-Code unterwegs und habe deshalb rechtlich gesehen als US-Airline gegolten.
Wie aus der offiziellen Verfügung des US-Verkehrsministeriums zu entnehmen ist, haben sich die Vorfälle über dem Luftraum von Bagdad im Irak ereignet. Gemäss der US-Behörde sind Flüge über dem Irak nur unter Einhaltung einer bestimmten Flughöhe gestattet. Die Swiss betont in ihrer Stellungnahme, dass sie eine starke Kultur der Einhaltung der für die Luftfahrtindustrie geltenden Regeln und Vorschriften pflege.
Begründung der Swiss: Enge Luftkorridore über Bagdad
Die Vorschriften seien der Crew bekannt gewesen und man habe die geltenden Flugpläne einhalten wollen, führt die Swiss weiter aus. Allerdings seien die Luftkorridore über Bagdad sehr eng und oft überlastet.
Dass die Flüge die Verordnungen schlussendlich nicht einhalten konnten, liegt gemäss Swiss einzig daran, dass die lokale Flugsicherung den Aufstieg auf die verlangte Flughöhe nicht erlaubt habe.
Auch andere Fluggesellschaften von US-Behörde gebüsst
Wie mehrere Medien berichteten, habe das US-Verkehrsministerium auch weitere Fluggesellschaften mit einer Geldstrafe gebüsst. Mehrere solcher Verstösse sollen sich ebenfalls im Luftraum über Bagdad ereignet haben. So habe beispielsweise Emirates eine Rekord-Busse von 1.8 Millionen Dollar hinblättern müssen. Auch Etihad und Air Canada sollen von der US-Behörde in diesem Jahr bereits gebüsst worden sein. (TI)








