
Die Zahl der Übernachtungen in der Schweiz wird nach einem Rekord Sommer im Winter 2024/25 weiter zunehmen auf 18.1 Mio. Logiernächte (+149’000, +0.8% gegenüber 2023/24).
Während die europäische Nachfrage unter dem starken Schweizer Franken und der verhaltenen Konjunktur schwächelt, legt die inländische Nachfrage zu.
Die Fernmärkte bleiben der wichtigste Wachstumstreiber, wobei die Gäste aus den USA auch im Winter eine zunehmend bedeutendere Rolle spielen. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der kürzlich publizierten Tourismusprognosen, welche BAK Economics im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) erstellt hat.
Rekord Sommer trotz Wetterkapriolen – USA wichtigster Treiber
Im vergangenen Sommer verzeichnete die Schweiz mit 23.5 Mio. Logiernächten einen
neuen Rekord, und dies trotz der unvorteilhaften Wetterbedingungen. Hohe Niederschlagsmengen und heftige Unwetter trübten nicht nur die Ferienstimmung, sondern verursachten auch erhebliche Schäden an der Infrastruktur. Darunter litt insbesondere die inländische Nachfrage, die nun den dritten Sommer in Folge einen Rückgang verzeichnete, wenn auch weiterhin auf sehr hohem Niveau.
Auch die schwächelnde europäische Wirtschaft sowie der starke Franken wirkten sich negativ auf die Logiernächtezahl aus. Während die Nachfrage aus Europa zurückging, hielt der Boom mit Touristen aus den USA ungebrochen an. Im Sommer 2024 überholten die USA erstmals Deutschland und wurden zum wichtigsten ausländischen Herkunftsmarkt.
Winter 2024/25: Plus bei Inländern, Minus bei Europäern, US-Gäste sorgen für Wachstum
BAK Economics erwartet für den kommenden Winter 2024/25 ein moderates Wachstum
der Logiernächte von 0.8% (+149’000) gegenüber dem Vorwinter. Die inländische
Nachfrage bleibe auf einem hohen Niveau, das rund 16% über dem Wert von 2019
liegt, befinde sich jedoch seit 2022 in einer Normalisierungsphase mit einem leichten Abwärtstrend, so das Unternehmen.
Allmählich zeichne sich eine Erholung ab. Positiv wirken sich die anhaltend hohe Beschäftigung und die erwartete Erholung der Reallöhne aus. Deshalb erwartet BAK Economics einen Anstieg von 0.5% (+44’000).
Die europäische Nachfrage bleibe weiterhin verhalten, da nicht mit einer Abschwächung
des Frankens zu rechnen ist und die konjunkturelle Erholung in Europa auf sich warten
lässt. Besonders im wichtigsten ausländischen Herkunftsmarkt Deutschland sei die Stimmung nach wie vor gedämpft. Vor diesem Hintergrund wird für die europäische Nachfrage ein Rückgang von 0.3 Prozent (-18’000) erwartet.
Unter den Fernmärkten stechen weiterhin die USA hervor. Zwar sind amerikanische Gäste
traditionell Sommertouristen, doch gewinnen sie auch im Winter zunehmend an Bedeutung. Und sind mittlerweile der zweitwichtigste ausländische Herkunftsmarkt im Wintertourismus.
Davon profitieren neben dem Städtetourismus auch die alpinen Destinationen, da Skiferien in der Schweiz bei US-Touristen immer beliebter werden. BAK Economics erwartet für die Fernmärkte insgesamt ein Wachstum von 3.6 Prozent (+123’000).

Die positive Dynamik setzt sich auch im Sommer 2025 fort
Für den Sommer 2025 prognostiziert BAK Economics ein Wachstum von 1.8% (+445’000) auf 24.8 Millionen Logiernächte. Förderlich wirken sich Grossveranstaltungen wie der ESC in Basel oder die Fussball-EM der Frauen aus.
Der inländische Tourismus dürfte auch in der Sommersaison erstmals wieder wachsen, und auch die europäische Nachfrage werde sich leicht erholen, so BAK. Positiv falle Frankreich auf, so machen französische Gäste in den letzten Jahren aussergewöhnlich häufig Sommerferien in der Schweiz.
Bei den für den Sommer wichtigen Fernmärkten präsentiert sich das Bild nicht mehr so optimistisch wie in früheren Jahren. Die US-Wirtschaft dürfte sich abschwächen, und auch die Wachstumsraten aus Asien fallen geringer aus als zuvor.
Trotz zweistelliger Wachstumsrate liegt China weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2019. Weder die wirtschaftliche Entwicklung noch das veränderte Reiseverhalten der Chinesen deuten auf eine Änderung hin. Zudem schwächt sich das Wachstum aus dem übrigen asiatischen Raum ab, da vermehrt Reisen innerhalb Asiens gemacht werden, unterstützt durch den Wegfall von Visabeschränkungen.

Die Schweizer reisen häufiger, besonders im Inland
In den letzten Jahren war der inländische Tourismus die wichtigste Stütze des Schweizer Tourismus. Schweizer haben deutlich häufiger innerhalb des Landes in Hotels übernachtet als vor der Covid-19-Pandemie.
Die verfügbaren Informationen legen laut BAK nahe, dass Schweizer generell mehr Übernachtungen tätigen, wobei diese zusätzlichen Übernachtungen vor allem in der Schweiz stattfinden.
2023 wurden ähnlich viele Übernachtungen von Schweizern in Europa registriert wie 2019. Während die Zahlen in Deutschland und Österreich sanken, stiegen sie in den Mittelmeerregionen an.
Bei Fernreisen liegt die Schweizer Bevölkerung noch unter dem Niveau von 2019. Insgesamt blieb der erwartete Reiseboom der Schweizer ins Ausland aus; es zeigte sich eher ein Aufholeffekt als ein wirklicher Nachholeffekt, erklärt BAK.

(MICE-tip)



