Henning Boysen, Präsident des Verwaltungsrates (VR) der Kuoni Reisen Holding AG, gibt per Medienmitteilung bekannt, dass sich der CEO der Kuoni Gruppe, Armin Meier, und der Reisekonzern per Ende Jahr trennen: «Den Hintergrund für diesen Schritt bilden unterschiedliche Auffassungen über die Führung und die Umsetzung des im Mai eingeleiteten Transformationsprozesses der Gruppe. Über die generelle Strategie bestehen keinerlei Differenzen.» Gemäss Mitteilung werden keine weiteren Kommentare abgegeben, weder von Kuoni noch von Armin Meier. Der Kuoni-VR dankt dem scheidenden CEO für das Wirken der letzten drei Jahre. Armin Meier hatte Hans Lerch im Februar 2005 an der Kuoni-Spitze abgelöst.
Bis auf Weiteres übernimmt Finanzchef Max E. Katz, seit 12 Jahren CFO von Kuoni, innerhalb der Konzernleitung die Verantwortung des CEO. Die Nachfolge von Meier soll in den nächsten Monaten geregelt werden. Kuoni gibt allerdings explizit bekannt, dass die Mitglieder der Konzernleitung keine Ambitionen auf das oberste Amt haben. Also auch nicht die immer wieder als Kronprinzen gehandelten Stefan Leser (Leiter Smart und CEO Kuoni Schweiz) und Reto Wilhelm (Leiter Style).
In der Kuoni-Mitteilung wird bezüglich der Trennung die Floskel «im gegenseitigen Einvernehmen» strapaziert, was darauf hindeuten könnte, dass der Kuoni-Chef mit einem so genannten goldenen Fallschirm entlassen wurde. Armin Meier stand bekanntermassen unter grossem Erfolgsdruck. Grosse Unruhe verursachte sein Projekt, in der gesamten Kuoni Gruppe eine länderübergreifende Spartenorganisation (Style, Smart, Destinations) zu implementieren. Speziell die Organisationen in der Schweiz und Grossbritannien werden zu diesem Zweck komplett transformiert. Daran scheint Meier nun gescheitert zu sein, obschon Kuoni an der generellen Strategie festhält.
In den ersten neun Monaten dieses Geschäftsjahres hat die Kuoni Gruppe mit 3,5 Milliarden Franken gar ein Rekordergebnis ausgewiesen. Dies ist ein Zuwachs von fast 15 Prozent. Der Reisekonzern erwartet für 2007 einen Gesamtumsatz von 4,5 Milliarden Franken und einen EBIT von mehr als 130 Millionen Franken. Das Jahresergebnis veröffentlicht die börsenkotierte Kuoni Gruppe am 13. März 2008.
Kuoni wird nicht zum ersten Mal richtig durchgeschüttelt, in den letzten Jahren kam es immer wieder zu massiven und teils auch spektakulären Veränderungen sowohl im Verwaltungsrat als auch in der operativen Führung. All dies scheint indes der Unternehmung nicht nachhaltig zu schaden. Die Personalsubstanz im unteren und mittleren Kader scheint für genügend Stabilität und Kontinuität zu sorgen.
