TUI: Frenzel muss feindliche Investoren abwehren

US-Investor sagt dem TUI-Vorstand den Kampf an.

Ein US-Investor namens Guy Wyser-Pratte hat für umgerechnet CHF 66 Mio. rund 1% der Aktien der TUI AG erworben – mit dem erklärten Ziel, den Vorstandvorsitzenden Michael Frenzel und dessen Team loszuwerden. In der Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ warf Wyser-Pratte der TUI-Führung unlängst Missmanagement vor und erklärte: „Es gibt keine vernünftige Strategie, keine Transparenz und keine Leistung. Egal welchen Maßstab man anlegt – TUI liegt immer spektakulär unter dem Durchschnitt.“

Wyser-Pratte führt im Prinzip eine Privatfehde gegen Frenzel: 2002 hatte er durch die Insolvenz der Babcock Borsig, bei welcher er investiert hatte, rund 20 Mio. Euro verloren – Wyser-Pratte warf daraufhin TUI vor, marode Unternehmensteile an Babcock verkauft zu haben. Wyser-Pratte will weitere Aktien kaufen und sich mit anderen kritischen TUI-Anlegern vorab aus dem Bereich der Finanzinvestoren vereinen, um eine Mehrheit zu erreichen,  das Management loszuwerden und (voraussichtlich) den Konzern zu zerschlagen.

Frenzel hat seinerseits bereits eine 23%-Sperrminorität mit mehreren Geschäftspartnern der TUI (spanische Aktionäre, darunter Riu Hoteles, ein staatlicher marokkanischer Fonds, der ägyptische Hotelpartner Hamed El Chiaty von Iberotel) aufgebaut. Bisher kann Wyser-Pratte also lediglich Druck über die Medien aufbauen – so wie es der Hermes-Konzern letztes Jahr tat, der dann aber mit seinen Plänen der TUI-Aufspaltung scheiterte.