Die mit Spannung erwartete Hauptversammlung des TUI-Konzerns von gestern Mittwoch in Hannover lockte rund 3000 Aktionäre – eine ungewöhnlich hohe Zahl – mit einer Präsenz von 71,7% des Kapitals an. Interessantestes Traktandum war der Antrag des Grossaktionärs John Fredriksen, Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow abzuwählen. Fredriksen verlangte zwei Sitze im Aufsichtsrat. Mit seinem Anliegen ist er gescheitert. Über 57% der Stimmberechtigten lehnten seinen Antrag ab. Krumnow bleibt im Amt, Fredriksen zieht nicht in den Aufsichtsrat ein.
Zuvor bot Fredriksen einen Kompromiss mit nur einem Sitz im Aufsichtsrat an, was allerdings vom TUI-Vorstandsvorsitzenden Michael Frenzel abgelehnt wurde.
Frenzel geht allerdings laut «Financial Times Deutschland» trotzdem geschwächt aus dem Streit hervor. Nicht nur Fredriksens Vertreter, sondern auch weitere Aktionäre übten grosse Kritik am TUI-Konzern. Das knappe Abstimmungsresultat und die Ankündigung aus dem Lager von Fredriksen, auch in Zukunft weiter zu kämpfen, werden Frenzels Aufgabe in den kommenden Monaten nicht einfach machen.
