Verbände vereint gegen LH/LX Vorzugspreismodell

SRV, DRV, ÖRV und weitere Verbände raten ihren Mitgliedern dringend von einer Vertragsunterzeichnung ab.

Am Dienstag 29. Januar 2008 fand sich eine Delegation des Schweizerischen Reisebüro-Verbandes (SRV) mit Hans-Jörg Leuzinger, Marcel Hausheer, Walter Ruggli und Walter Kunz zu Gesprächen mit den Deutschen und Österreichischen Kollegen am Flughafen in Frankfurt ein. Thema dieser von allen Seiten gewünschten und kurzfristig einberaumten Konferenz war das gemeinsame Vorgehen gegen die unakzeptable neue Tarifstruktur der Swiss und Lufthansa.  

Heute nun haben nun die drei Verbände SRV, ÖRV, DRV sowie der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) und der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) ihren Mitgliedern dringend geraten, den von Lufthansa und Swiss in Aussicht gestellten Vertrag zum Vorzugspreismodell nicht zu unterzeichnen. Es geht dabei um die neue Distributionsstruktur mit Preffereed Fares und einer Gebühr von acht Franken bei Buchungen via GDS. 

TI veröffentlicht nachfolgend den genauen Inhalt des Schreibens, welches die fünf Verbände heute ihren Mitgliedern übermittelt haben.

Empfehlung

an die Reisebüros, Travel Management Companies (TMCs) und Online-Reiseportale in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

Vertrag zum Vorzugspreismodell nicht unterzeichnen!

Sehr geehrte Mitglieder

des DRV, des ÖRV, des SRV, des VDR und des VIR,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

in den kommenden Tagen wird die Deutsche Lufthansa an die Reisebüros in Deutschland, Österreich und in der Schweiz Verträge für die Teilnahme an dem so genannten Lufthansa-Vorzugspreisprogramm verschicken. Zudem hat Swiss International Air Lines ebenfalls die Einführung eines so genannten Vorzugspreismodells angekündigt.

Die Verbände DRV, ÖRV, SRV, VDR und VIR raten Ihnen dringend, diesen Vertrag nicht zu unterzeichnen. Die Branchenverbände Deutschlands, Österreichs und der Schweiz haben sich nach Prüfung der Tarifstruktur und Rücksprache mit den internationalen Business Travel-Ketten für diese Branchenposition entschieden.

Die geplante neue Tarifstruktur im Vertrieb der Swiss und der Deutschen Lufthansa wird den zwingenden Anforderungen der Reisebüros und TMCs (Travel Management Companies) an einen effizienten Vertrieb, an Markttransparenz und Chancengleichheit in einem freien Markt nicht gerecht. Daher kann die geplante Tarifstruktur im Interesse der Firmenkunden und der Verbraucher nicht akzeptiert werden.

Den Begriff „Vorzugspreis“ bewerten die Verbände als irreführend, da die geplanten Preise tatsächlich für Firmenkunden und Verbraucher deutlich erhöht würden.

Die Verbände heben die Anforderungen hervor:

1. Chancengleichheit im Wettbewerb zwischen Fremdvertrieb und Eigenvertrieb.

2. Optimale Buchungs-, Abwicklungs- und Abrechnungsprozesse.

3. Verursachergerechte Zuordnung der Kosten.

Diesen Anforderungen wird der Modellentwurf der Swiss und der Deutschen Lufthansa nicht gerecht.

Die Verbände stellen fest, dass die Swiss und die Deutsche Lufthansa ihre Konditionen für die Nutzung der GDS im freien Wettbewerb direkt mit den GDS-Anbietern verhandeln müssen. Es ist insbesondere aus Wettbewerbsgesichtspunkten ausgeschlossen, dass die Reisebüros und TMCs für einen Leistungsträger Druck auf einzelne GDS-Anbieter ausüben. Dies käme einem marktwirtschaftlichen Tabubruch gleich und wird deshalb von den Verbänden strikt zurückgewiesen.

Die Verbände fordern Sie auf, Ihre Kunden über die Auswirkungen des so genannten Vorzugspreismodells auf den Wettbewerb und auf die Gesamtkosten zu informieren.

Die Verbände erklären ihre Gesprächsbereitschaft mit dem Ziel, die Effizienz und die Effektivität des Vertriebs zum Vorteil der Kunden zu steigern, und bieten der Vertriebsspitze der Swiss und der Deutschen Lufthansa einen gemeinsamen Austausch hierzu an.

Einen wirtschaftlichen oder rechtlichen Grund zur voreiligen Unterzeichnung des genannten Vertrags sehen die Verbände nicht.

31. Januar 2008

gez. Tobias Jüngert, Deutscher ReiseVerband (DRV); Dr. Walter Säckl, Österreichischer Reisebüroverband (ÖRV); Walter Kunz, Schweizerischer Reisebüro-Verband (SRV); Michael Kirnberger, Verband Deutsches Reisemanagement (VDR); Claudia Brözel, Verband Internet Reisevertrieb (VIR).